Wie ich im Alltag versuche, nachhaltiger zu leben

Alte Lebensmittel weiterverwenden.

Für mich gehört ein nachhaltiger Lebensstil untrennbar zu einem naturnahen Leben. Wenn man die Natur schätzt und gerne Zeit draußen verbringt, entwickelt man automatisch den Wunsch, sorgsam mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen. Nachhaltigkeit bedeutet für mich dabei nicht, alles perfekt zu machen oder auf alles zu verzichten. Vielmehr geht es darum, im Alltag bewusst Entscheidungen zu treffen, die Müll vermeiden, Energie sparen und die Umwelt möglichst wenig belasten. Viele kleine Veränderungen ergeben zusammen einen großen Unterschied – und genau diesen Weg versuche ich seit einigen Jahren zu gehen.

Was ich bereits im Alltag umgesetzt habe

  • Müll richtig trennen

Eine der einfachsten Maßnahmen ist für mich die konsequente Mülltrennung. Restmüll, Biomüll, Papier und Verpackungen werden sauber getrennt. Dadurch können viele Wertstoffe recycelt werden und landen nicht unnötig in der Verbrennung.

  • Papier sparen

Auch beim Papierverbrauch versuche ich möglichst sparsam zu sein. Dokumente drucke ich grundsätzlich beidseitig aus. Wenn es der Inhalt zulässt, drucke ich sogar zwei Seiten auf ein Blatt, sodass Vorder- und Rückseite insgesamt vier Dokumentenseiten enthalten. So lässt sich der Papierverbrauch deutlich reduzieren.

  • Papier sinnvoll verwerten

Stark verschmutztes Papier wie benutzte Küchenrolle oder Papiertaschentücher gehört nicht ins Altpapier. Solches Material verbrenne ich in meiner Feuertonne im Garten. Die entstandene Holzasche nutze ich – in kleinen Mengen und dort, wo es sich anbietet – anschließend als Dünger für bestimmte Pflanzen. Bei meinen Apfelbäumen hat das wahre Wunder bewirkt, die Bäume sehen deutlich gesünder aus und tragen in diesem Jahr reichlich Früchte. Aber natürlich hängt die Wirkung immer auch von den jeweiligen Bodenverhältnissen ab, weshalb ich Holzasche meist nur sparsam einsetze.

  • Küchenabfälle verwerten

Lange Zeit habe ich Küchenabfälle kompostiert und daraus wertvolle Erde für den Garten gewonnen. So konnten viele organische Abfälle sinnvoll weiterverwendet werden, anstatt in der Mülltonne zu landen. Das Gleiche mache ich mit Baum-, Hecken- und Rasenschnitt sowie sonstigen Gartenabfällen.

  • Stoff statt Einweg

Um Papier zu sparen, verwende ich inzwischen Stofftaschentücher. Sie lassen sich problemlos waschen und viele Jahre wiederverwenden. Dadurch fällt deutlich weniger Einwegmüll an.

  • Bewusst einkaufen

Beim Einkaufen achte ich verstärkt darauf, unverpackte oder möglichst wenig verpackte Lebensmittel zu kaufen. Ganz vermeiden lässt sich Plastik zwar oft nicht, aber auch viele kleine Entscheidungen können mit der Zeit Großes bewirken.

  • Wasser und Energie sparen

Im Alltag wasche ich mich überwiegend mit kaltem Wasser. Warmes Wasser nutze ich hauptsächlich zum Duschen oder wenn ich gelegentlich ein Vollbad nehme. Dadurch lässt sich Energie sparen, da weniger Wasser erhitzt werden muss. Außerdem achte ich darauf, elektrische Geräte nicht auf Standby laufen zu lassen und in Räumen, in denen ich mich nicht aufhalte, das Licht auszuschalten.

  • Feste Seife statt Flüssigseife

Zum Händewaschen und für die Körperpflege verwende ich überwiegend Kernseife oder andere feste Seifen. Sie kommen meist mit deutlich weniger Verpackung aus als Flüssigseifen in Plastikflaschen und halten oft erstaunlich lange.

  • Kleidung reparieren

Nicht jedes kleine Loch oder jede aufgegangene Naht bedeutet, dass ein Kleidungsstück entsorgt werden muss. Mit ein paar Nadelstichen lassen sich viele Dinge reparieren und noch lange weitertragen. Im Internet gibt es dazu zahlreiche Tipps und Anregungen.

  • Kurze Wege mit dem Fahrrad

Besorgungen und Termine in der näheren Umgebung erledige ich nach Möglichkeit mit dem Fahrrad. Das spart Kraftstoff, schont die Umwelt und sorgt gleichzeitig für mehr Bewegung im Alltag. Gerade angesichts der stark gestiegenen Kraftstoffpreise ist das für mich eine sinnvolle Alternative.

  • Gemüse aus dem eigenen Garten

Ein Hochbeet gehört inzwischen ebenfalls zu meinem Alltag. Dort wachsen unter anderem Radieschen, Möhren, Salat, Kräuter, Zucchini und Lauch. Es macht Freude, eigenes Gemüse zu ernten, und viele Lebensmittel müssen dadurch gar nicht erst gekauft werden. Vor allem aber schmeckt es einfach toll!

  • Lebensmittel nicht vorschnell wegwerfen

Eine kleine Überraschung waren alte Kartoffeln, die bereits gekeimt hatten. Statt sie wegzuwerfen, habe ich sie einfach in einer Gartenecke eingegraben. Daraus haben sich kräftige Kartoffelpflanzen entwickelt – ein schönes Beispiel dafür, dass vermeintliche Abfälle manchmal noch einen zweiten Nutzen haben.

Was nicht immer einfach ist

Nachhaltig zu leben klingt oft einfacher, als es im Alltag tatsächlich ist. Auch ich stoße immer wieder an Grenzen. Bambuszahnbürsten finde ich zum Beispiel grundsätzlich sinnvoll. Allerdings sind sie in meiner Umgebung nicht überall erhältlich, sodass ich sie nicht immer kaufen kann. Und nur dafür eine längere Strecke zu fahren, lohnt sich meist nicht.

Ein weiterer Klassiker: Ich vergesse regelmäßig, eine Stofftasche mitzunehmen. Dann muss ich doch wieder eine Einkaufstüte kaufen – obwohl ich es eigentlich besser weiß.

Auch mein Kompost brachte unerwartete Probleme mit sich. Zusammen mit dem Vogelfutter lockte er im Winter Ratten an, die vermutlich vom benachbarten Grundstück mit Hühnerhaltung kamen. Es war aufwendig, die Tiere wieder loszuwerden. Schließlich stellte ich Lebendfallen auf und verzichtete sowohl auf den Kompost als auch auf die Vogelfütterung. Heute nutze ich für Küchenabfälle überwiegend die Biotonne und kompostiere nur noch Grünschnitt aus dem Garten.

Da ich in einem Dorf am Berliner Stadtrand wohne, sind manche nachhaltigen Angebote auch nur eingeschränkt verfügbar. Ein Unverpacktladen befindet sich erst in Oranienburg, sodass sich ein Einkauf dort nicht spontan erledigen lässt.

Die eine oder andere Lösung aus dem Internet passt außerdem einfach nicht zu meinem Alltag. Beispielsweise werden häufig wiederverwendbare Wachstücher empfohlen. Ich decke Schüsseln stattdessen lieber ganz unkompliziert mit einem passenden Teller ab – das funktioniert für mich genauso gut.


Nachhaltigkeit besteht für mich nicht aus Perfektion, sondern aus vielen kleinen bewussten Entscheidungen. Manche Gewohnheiten haben sich inzwischen ganz selbstverständlich in meinen Alltag integriert, andere funktionieren nur eingeschränkt oder mussten sogar wieder aufgegeben werden. Das gehört für mich ebenfalls dazu. Jeder kann dort anfangen, wo es zur eigenen Lebenssituation passt. Vor allem aber habe ich eines gelernt: Wer sich für mehr Bewegung, frische Lebensmittel, Zeit in der Natur oder einen bewussteren Umgang mit Ressourcen entscheidet, kann andere durch sein Handeln inspirieren – ohne ihnen die eigene Lebensweise aufzudrängen.

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