Im September 2025 habe ich mir das Buch „Hochbeet: Frisches Gemüse das ganze Jahr“ von Huw Richards gekauft. Darin fand ich hilfreiche Tipps für das Anlegen eines Gemüsebeetes. Als besonders motivierend empfand ich zudem den Jahresplaner, der auch dem ungeübten Gärtner aufzeigt, wann man am besten welche Pflanzen ins Beet oder in die Anzuchtschale setzt. Das Kapitel „Gemüse in Töpfen“ hat sich für unsere Zwecke ebenfalls als sehr nützlich erwiesen, da im Hochbeet nicht für alles Platz ist.
Am Ende entschied ich mich für den Kauf eines Hochbeetes aus Metall mit den Maßen 80 x 150 cm. Zusätzlich kauften wir auch noch ein kleineres Metallbeet für den Anbau von Küchenkräutern. Wir wohnen in einer Doppelhaushälfte mit Nordwest-Ausrichtung. Daher liegt ein großer Teil unseres Gartens dauerhaft im Schatten und bekommt kaum direkte Sonneneinstrahlung. Für die Hochbeete wählten wir die einzige Stelle auf dem Grundstück, die sowohl morgens, mittags als auch abends von der Sonne beschienen wird. Dieser Standort hat sich als sehr vorteilhaft für das Pflanzenwachstum erwiesen.
Aufgrund der Nordwest-Ausrichtung unseres Hauses steht uns keine Fensterfront mit Süd- oder Ostausrichtung zur Verfügung. Deshalb haben wir auf die Anzucht von Pflänzchen für das Hochbeet verzichtet. Für das nächste Jahr überlegen wir aber noch, ob wir nicht eine Anzuchtstation mit Licht anschaffen.
Im November 2025 haben wir die beiden Metallbeete montiert und aufgestellt. Um Wühlmäuse und andere Fressfeinde fernzuhalten, legten wir auf dem Boden Kaninchendraht aus. Bereits im Spätherbst schichteten wir ganz unten dicke Äste in das Beet. Als weiteres Füllmaterial kamen dünne Zweige, Blätter und Laubhumus hinzu. Den Abschluss bildete eine dicke Schicht aus frischem und getrocknetem Grasschnitt. Sobald das Material in sich zusammensackte, fügten wir weiter Zweige, Blätter und Gras hinzu. So ließen wir das Hochbeet überwintern. Anfang April füllten wir das Beet schließlich bis zum Rand mit einer Mischung aus Komposterde, Humus und Gartenerde und ließen das Ganze zwei Wochen lang ruhen, damit sich das Material setzte.
Im April säten wir dann als erstes in der einen Hälfte des großen Gemüsebeetes Radieschen und Möhren aus. Außerdem Dill, Petersilie und Liebstöckel im Kräuterbeet. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die ersten Triebe zeigten. Die Radieschen gediehen sehr gut und wuchsen zu wohlschmeckenden Knollen heran. Bei den Möhren zeigte sich dagegen schnell unser Anfängerfehler: Wir hatten sie viel zu dicht ausgesät. Wir konnten nur drei größere Wurzeln ernten, alle anderen waren doch sehr mickrig. Sie schmeckten aber trotzdem hervorragend! Zu unserer Überraschung hatten sich im Beet auch zwei Kartoffelpflanzen entwickelt – wahrscheinlich aus einem Rest Erde, den wir aus dem Kartoffelbeet vom letzten Jahr entnommen hatten.
Da uns, wie bereits gesagt, kein geeigneter Ort für die Pflanzenanzucht zur Verfügung stand, half mein Vater mit Salatsetzlingen (Kopfsalat und Lollo Verde) und Zwiebellauch. Darüber hinaus spendierte er uns eine Tomatenpflanze im Kübel und – unser ganzer Stolz – eine Zucchinipflanze, die inzwischen prächtig gediehen ist. Allerdings sind zwei der Früchte beim Wachsen teilweise an die Metallwände des Hochbeetes gestoßen und daher eher in die Breite als in die Länge gegangen.
In den ersten Tagen nach dem Auspflanzen erlitten wir durch Fraßschäden bei den Salaten zwar einige Verluste, aber glücklicherweise trieben die Pflanzen neu aus. Und nachdem wir den Großteil der Salate abgeerntet hatten, pflanzten wir an deren Stelle Paprika.
Ich hatte im letzten Jahr versuchsweise ein paar alte gekeimte Kartoffeln vor dem Haus in die Erde gelegt, da es mir zu schade schien, sie einfach wegzuwerfen. Ausreichend Bewässerung verhalf den Pflanzen zu ordentlich Wachstum. Davon konnten wir im am Ende sogar eine ganze Mahlzeit zubereiten. In diesem Jahr wählte ich für die Erdäpfel einen ungenutzten Standort an der Gartenmauer hin zur Straße, wobei ich weitaus mehr gekeimte Knollen in die Erde legte als im letzten Frühjahr. Und was soll ich sagen, bislang wachsen sie froh und munter vor sich hin! Die Ernte wird zeigen, wie groß die Ausbeute diesmal ist.
Unweit der Kartoffeln haben wir auch ein paar Kürbissamen in die Erde gelegt, allerdings sind daraus bisher nur vier Pflanzen hervorgegangen.
Insgesamt sind wir mit unserem ersten Gartenjahr bisher sehr zufrieden. Natürlich lief nicht alles nach Plan, doch gerade aus den kleinen Fehlern haben wir viel gelernt. Vor allem hatten wir nicht damit gerechnet, dass die Pflanzen so gut gedeihen! Im nächsten Jahr möchten wir unter anderem die Anzucht eigener Jungpflanzen ausprobieren und den Platz im Hochbeet noch besser nutzen. Wir sind gespannt, welche Erfahrungen die nächste Gartensaison bereithält.
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